ASMR Sounds

ASMR, was ist das überhaupt?

ASMR steht für „Autonomous Sensory Meridian Response“. Dabei handelt es sich um eine Art Kribbeln von der Kopfhaut bis zum Rücken. Eine deutsche Übersetzung dafür gibt es noch nicht, unter der Abkürzung ASMR ist der Effekt aber auch hierzulande schon vielen ein Begriff. Ausgelöst werden soll die „Autonomous Sensory Meridian Response“ durch bestimmte Berührungen und Geräusche. Die Wissenschaft unterscheidet ASMR von der klassischen Gänsehaut, da das beschriebene Kribbeln länger anhalten und – noch viel wichtiger! – beruhigend wirken soll.

Knistern, Flüstern und Gluckern zum Entspannen

Auf Videoportalen im Netz finden sich inzwischen unzählige ASMR-Videos. Auch wenn sie nichts (explizit) Sexuelles haben und auch nicht erregen sollen, gleichen manche Videos einer Peepshow. Die Frauen auf dem Bild machen mit ihren Händen oder ihrem Mund Dinge, um auf der anderen Seite ein ganz bestimmtes Gefühl zu erzeugen, was in einigen Fällen fetischartig anmuten kann.

Als vermeintlicher Garant für jenes Gefühl gelten etwa das Geräusch einer Haarbürste, wenn man damit über die Kopfhaut und durch die Haare gleitet oder die Borsten mit den Händen reibt. Ebenfalls beliebt: leises Flüstern und Knistern, etwa beim Eingießen eines Getränks in ein Glas mit Eiswürfeln. Bisweilen verstörend wirken Szenen von vorrangig weiblichen Protagonisten, die mit knallig manikürten Händen trockenen Schleim kneten oder mit ihren langen Nägeln auf Oberflächen mit Textur kratzen. „Texturiertes Tapping und Scratching“, nennen das Kenner.

Essgeräusche kommen richtig gut an

Dass es Personen gibt, die mit Essgeräuschen große Probleme haben – sogenannte (Misophoniker) –, ist kein Geheimnis. Aber es gibt es auch Menschen, die Fans von bestimmten Essgeräuschen sind und anderen gern zuhören, wenn sie Knuspern, Knack-Sounds von sich geben oder dergleichen. Im Netz finden sich Aufnahmen rot geschminkter Lippen beim Verzehr geräuschintensiver Lebensmittel in Hülle und Fülle.

ASMR auch Gegenstand der Forschung

Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass ASMR tatsächlich die Herzfrequenz senkt.1 Gleichzeitig werde dadurch die Hautleitfähigkeit erhöht – ein wichtiger Marker in der Psychologie, der sich in verschiedenen Gemütszuständen – beispielsweise bei Stress im Gegensatz zu Entspannung – verändert.

Die bisherige Forschung auf dem Gebiet zeigt aber auch: Nicht jeder ist für ASMR zugänglich. Entsprechend gibt es sogar Selbsttests in Form von Internet-Videos, bei denen eine etwaige Reaktionsfreudigkeit auf die ASMR-typischen Geräusche überprüft werden kann.

Was sagen die Experten zu ASMR

Wie der Fachmann uns erklärt, gibt es zahlreiche Methoden, um sich von den größeren und kleineren Ereignissen des Tages abzulenken. „Alles, was wir brauchen, um in den Schlaf zu finden, ist die nötige Ruhe und Entspannung.“ Wie man diese erreiche, ist letztlich egal. „Da kann die ASMR-Technik genauso eine Möglichkeit darstellen wie autogenes Training oder Stadt-Land-Fluss spielen.“ ASMR-Sounds scheinen daher die jüngere Generation anzusprechen, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist.

Quelle: 1. Poerio GL, Blakey E, Hostler TJ, Veltri T. More than a feeling: Autonomous sensory meridian response (ASMR) is characterized by reliable changes in affect and physiology. PLoS One. 2018 Jun 20;13(6):e0196645. doi: 10.1371/journal.pone.0196645. PMID: 29924796; PMCID: PMC6010208.

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